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Die Stoffwechselerkrankung Diabetes mellitus wirkt sich auf verschiedene Bereiche des Körpers aus, unter anderem auf die Augen. Vor allem schädigt ein erhöhter Blutzuckerspiegel die feinen Blutgefäße, die für die Versorgung der Augen zuständig sind. Das kann schwerwiegende Folgen haben.
Diabetes mellitus ist eine chronische Stoffwechselerkrankung und gehört zu den häufigsten Volkskrankheiten der modernen Zivilisation. Diabetes wird auch als Zuckerkrankheit bezeichnet, unter der alleine in Deutschland etwa acht Millionen Menschen leiden. Da der Körper bei Diabetikern den Zuckerhaushalt nicht mehr ausreichend regulieren kann, kommt es zu enormen Schwankungen des Blutzuckerspiegels. Dadurch entstehen verschiedene gesundheitliche Probleme, die unter anderem auch die Augen betreffen.
Bei gesunden Menschen wird in der Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin gebildet, das dafür sorgt, dass der Zucker aus der Nahrung bei der Verdauung ins Blut und somit in die Körperzellen gelangt. Dort wird der Zucker als Energiereserve gespeichert, die bei Bedarf freigesetzt wird. Je nach Art des Diabetes kann der Körper entweder überhaupt kein Insulin produzieren (Typ 1) oder es nicht ausreichend nutzen (Typ 2), weil insulinabhängige Organe nur verzögert oder gar nicht auf Insulin reagieren.
Die Folge: Der Zucker aus der Nahrung bleibt im Blut und kann dort zu Veränderungen der Blutgefäße und Schäden an den Zellen führen, die sich langfristig auf die Funktion der Organe auswirken können.
Erste Anzeichen einer Diabetes-Erkrankung können sein:
Wenn Sie diese Beschwerden an sich beobachten, sollten Sie sich vom Hausarzt untersuchen lassen. Je früher Diabetes diagnostiziert wird, umso besser lassen sich Folgeschäden verhindern.
Bei Diabetes kommen verschiedene Erkrankungen der Augen vor, die auf Schädigungen durch den schwankenden Blutzuckerspiegel zurückzuführen sind:
Der erhöhte Blutzuckerspiegel bei Diabetikern wirkt sich meist auf die Durchblutung und die Nerven aus, die das Auge versorgen. Sind diese Nerven geschädigt, gerät auch die Tränenproduktion der Augen aus dem Gleichgewicht. Wird zu wenig Tränenflüssigkeit gebildet, trocknen die Augen aus und werden gereizt, da ihnen der nötige Schutzfilm fehlt. Bindehautentzündungen oder Lidrandentzündungen sind bei Diabetikern häufig die Folge der chronischen Benetzungsstörung.
Die diabetische Retinopathie ist eine Netzhauterkrankung, die zum Verlust des Augenlichts führen kann. Sie gehört zu den häufigsten Erblindungsursachen bei Menschen im Alter von 20 und 65 Jahren. Eine diabetische Retinopathie entsteht durch einen zu hohen Blutzuckerspiegel, der sich auf die Kapillaren, die feinen Blutgefäße im Auge, auswirkt. Einerseits können die Kapillaren verstopfen, wodurch die Netzhaut nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Andererseits kann aus den Blutgefäßen Flüssigkeit und Blut ins Gewebe austreten und Schwellungen in der Netzhaut auslösen, da die Wände durch den erhöhten Blutzuckerspiegel durchlässig werden. Bleibt die Erkrankung unerkannt, kann es zu folgenschweren Veränderungen der Netzhaut oder gar zur Netzhautablösung kommen. Dann droht eine vollständige Erblindung.
Schädigungen der Augen lassen sich bei Diabetikern nur verhindern oder zumindest einschränken, wenn der Blutzucker im Normbereich ist. Deshalb liegt die Behandlung in erster Linie in der Therapie der Zuckererkrankung. Die Beschwerden von trockenen Augen können mit befeuchtenden Augentropfen oder einer pflegenden Augensalbe gelindert werden. Sie schützen die Augen vor dem Austrocknen und reduzieren Reizungen.
Wer unter Diabetes mellitus leidet, sollte regelmäßig zur Untersuchung zum Augenarzt gehen, um bei Veränderungen der Sehfähigkeit frühzeitig reagieren zu können. Denn Diabetes kann schnell zu Schädigungen der empfindlichen Hornhaut führen. Nur durch die Kontrolluntersuchungen lassen sich Folgeschäden wie eine Erblindung verhindern oder zumindest verzögern.
Wichtig für den Erhalt der Augengesundheit ist es in jedem Fall, den Blutzuckerspiegel durch die Gabe von Insulin auszugleichen, damit er im Normbereich liegt.