HORNHAUTENTZÜNDUNG – URSACHEN, SYMPTOME UND THERAPIE

Hornhautenzündung Hornhautentzündung
© Fotograf: Antonioguillem
Hornhautentzündung

Krankheitserreger oder äußere Reize können eine Hornhautentzündung auslösen. Während viele schon einmal unter einer Bindehautentzündung gelitten haben, tritt die Hornhautentzündung seltener auf. Jedoch kann eine Hornhautentzündung die Sehleistung dauerhaft beeinträchtigen. Hier erfahren Sie mehr über die Symptome und Behandlungsmethoden.

Was ist eine Hornhautentzündung?

Die Hornhaut, in der Fachsprache Cornea genannt, gehört zur äußeren Schicht des Auges, ist transparent und frei von Blutgefäßen. Sie macht durch Lichtbrechung das Sehen erst möglich und dient dem Schutz des Auges vor Eindringlingen und Krankheitserregern. Die Hornhaut ist sehr nervenreich, weshalb schon bei der kleinsten Berührung ein schützender Lidschluss erfolgt.

Zur Entzündung kann es kommen, wenn die Abwehrfunktion durch Defekte der Hornhautoberfläche beeinträchtigt ist. Eine Hornhautentzündung (Keratitis) ist eine erreger- oder immunologisch bedingte Erkrankung der Hornhaut.

Wodurch entsteht eine Hornhautentzündung?

Die Hornhaut übernimmt neben der Beteiligung am Sehvorgang eine Schutzfunktion, die das Auge vor dem Eindringen von Fremdkörpern oder äußeren Reizen wie Rauch, Allergenen oder Flüssigkeiten bewahren soll. Durch den sogenannten Hornhautreflex wird deshalb der Lidschlag ausgelöst, wenn thermische, mechanische oder chemische Reize auf das Auge einwirken.

Ist die Hornhaut jedoch trotz des Schutzreflexes geschädigt, beispielsweise durch eine kleine Verletzung, können Krankheitserreger wie Viren, Bakterien oder Pilze ins Auge gelangen und eine Entzündung verursachen. Es kann jedoch genauso gut durch mechanische Reize zur Hornhautentzündung kommen, beispielsweise durch einen Fremdkörper auf dem Auge. Deshalb wird eine Keratitis medizinisch in zwei Formen unterschieden:

Infektiöse Hornhautentzündung

Ist die Ursache der Entzündung eine Infektion der Hornhaut mit Bakterien, Viren, Pilzen oder Parasiten, spricht man von einer infektiösen Keratitis. Besonders häufig sind Bakterien wie Staphylokokken und Streptokokken die Auslöser. Sie befinden sich auf der Haut und den Schleimhäuten und können deshalb besonders schnell mit dem Finger ins Auge übertragen werden.

Ca. 30% aller bakteriellen Keratitiden treten bei Kontaktlinsenträgern (v.a. weiche Kontaktlinsen) auf.1

Unter den Viren ist oft das Herpes simplex Virus der Verursacher der Beschwerden. Diese Herpesviren schlummern in bestimmten Nervenzellen im Körper und können immer wieder zum Ausbruch einer Entzündung führen.

Eher selten wird eine Keratitis durch Pilze oder Parasiten ausgelöst.

Nicht-infektiöse Hornhautentzündung

Nicht immer ist ein Krankheitserreger die Ursache. Auch z.B. ein Fremdkörper kann die Hornhaut so stark reizen, dass sie mit einer Entzündung reagiert. Trockene Augen kommen ebenfalls häufig als Ursache infrage. Denn wenn die Benetzung der Hornhaut nicht mehr funktioniert und sie dadurch abtrocknet, kann sie mit einer Reizung reagieren, die eine Entzündung nach sich zieht. Sogar UV-Strahlen können die Hornhaut schädigen, was häufig unterschätzt wird. Wer sich stundenlang ohne Sonnenbrille in der Sonne aufhält, riskiert eine Hornhautentzündung, die schmerzhaft sein kann.

Auch ein beeinträchtigtes Immunsystem (z.B. Immundefizit oder Einnahme von Immunsuppresiva) kann eine Keratitis begünstigen.

Welche Symptome hat eine Hornhautentzündung?

Die Beschwerden unterscheiden sich je nach Ursache der Entzündung. Sie können in unterschiedlicher Kombination und Ausprägung auftreten. Eine Hornhautentzündung äußert sich beispielsweise durch:

  • starke Schmerzen am Auge
  • Lidkrämpfe
  • Rötung des Auges
  • Brennen
  • Fremdkörpergefühl im Auge
  • Lichtempfindlichkeit
  • getrübte Hornhaut
  • wässriges oder eitriges Sekret
  • veränderte Sehstärke
Oft kommt es vor, dass sich die Symptome nicht nur auf die Hornhaut beschränken. Die Entzündung kann sich auch auf die umliegenden Strukturen wie die Bindehaut (Konjunktiva) oder die Regenbogenhaut (Iris) ausbreiten. Um die Beschwerden richtig zu behandeln, sollte ein Augenarzt aufgesucht werden.

Wie kann ich eine Hornhautentzündung behandeln?

Die Behandlung einer Hornhautentzündung sollte immer durch einen Augenarzt erfolgen. Bei der Untersuchung mit einer sogenannten Spaltlampe kann er die Hornhaut genauer auf Schäden und Entzündungen untersuchen. Durch einen Abstrich kann bei der Untersuchung im Labor der Krankheitserreger bestimmt werden. Dementsprechend wird auch die Hornhautentzündung behandelt:

  • Bei Bakterien verordnet der Arzt meist antibiotikahaltige Augentropfen.
  • Gegen Herpesviren sind Tabletten oder Augensalben mit einem Virostatika (z.B. Aciclovir) wirksam.
  • Pilze und Parasiten können nur durch Fungizide und keimtötende Augentropfen bekämpft werden.
  • Trockene Augen werden in der Regel mit befeuchtenden Augentropfen behandelt. Sie sorgen dafür, dass der Tränenfilm der Hornhautoberfläche wieder ausreichenden Schutz gibt.

Wie ansteckend ist eine Hornhautentzündung?

Bei einer Hornhautentzündung gilt dieselbe Ansteckungsgefahr wie bei einer Bindehautentzündung. Ist die Ursache eine Infektion mit einem Krankheitserreger, ist die Erkrankung auch ansteckend. Viren, Bakterien und Pilze können auf andere Personen übertragen werden, deshalb sollten Sie auf Körperkontakt verzichten und besonders auf Hygiene achten. Waschen Sie sich regelmäßig die Hände und benutzen Sie während der Erkrankung immer Ihr eigenes Handtuch.

Sollte das Auge tränen oder sogar eitern, entfernen Sie das Sekret am besten mit einem Papiertaschentuch, das Sie anschließend direkt wegwerfen. Dadurch reduziert sich die Gefahr einer Schmierinfektion.

Wie lange dauert eine Hornhautentzündung?

Die rasche Behandlung einer Hornhautentzündung ist sehr wichtig. Wird sie nicht erkannt und verschleppt, kann sogar ein dauerhafter Sehverlust drohen. Wenn die Ursachen der Augenerkrankung jedoch rechtzeitig erkannt werden, ist sie gut behandelbar. In den meisten Fällen dauert es ein bis zwei Wochen, bis die Hornhautentzündung verschwunden ist. Sehr schwere Fälle können allerdings länger dauern.

1 G. Hahn, Kurzlehrbuch Augenheilkunde, 2012

 

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