GERSTENKORN

Gerstenkorn Gerstenkorn
© Fotograf: Elroi
Gerstenkorn

Das Lid schwillt an und ein kleiner Knoten wird sichtbar. Das ist prinzipiell kein Grund zur Panik, denn ein Gerstenkorn kann sich schnell durch eine Infektion mit Bakterien bilden. Woher das Gerstenkorn kommt und wann Sie dennoch zum Arzt gehen sollten, lesen Sie hier.

Was ist ein Gerstenkorn?

Ein Gerstenkorn ist eine entzündliche Erkrankung des Augenlids aufgrund einer bakteriellen Infektion. Es sieht tatsächlich wie ein kleines Körnchen aus, das sich durch eine Eiteransammlung am Auge gebildet hat. Der medizinische Fachbegriff lautet Hordeolum. Es entsteht an einer der verschiedenen Drüsen, die sich am Augenlid befinden.

Am Innenrand des Augenlids liegen die Meibom-Drüsen, die den Fettanteil für die Tränenflüssigkeit liefern, damit der Tränenfilm nicht zu schnell verdunstet. Am äußeren Rand des Lides befinden sich die Moll- und die Zeis-Drüsen, die Schweiß und Talg produzieren.

Aus medizinischer Sicht wird das Gerstenkorn deshalb in verschiedene Formen unterteilt, je nachdem, an welchen Drüsen es entsteht:

  • Hordeolum internum: Diese Form kommt am häufigsten vor. Hier liegt das Gerstenkorn an der Innenseite des Augenlides an den Meibom-Drüsen.
  • Hordeolum externum: Bei dieser Form ist das Gerstenkorn gut zu erkennen, denn es befindet sich am äußeren Lidrand in der Nähe der Wimpern. In diesem Fall liegt eine Infektion der Moll- oder Zeis-Drüsen vor.

Was ist die Ursache für ein Gerstenkorn?

In den meisten Fällen wird ein Gerstenkorn durch eine bakterielle Infektion mit Staphylokokken ausgelöst. Diese Bakterien kommen natürlicherweise auf der menschlichen Haut vor. Beim Reiben der Augen können sie beispielsweise leicht in die Augen gelangen und zur Infektion führen. Da sich Kinder oft in die Augen fassen, erkranken sie wesentlich häufiger an einem Gerstenkorn als Erwachsene. Normalerweise verläuft eine Infektion mit Staphylokokken recht harmlos und heilt von alleine wieder.

Tritt ein Gerstenkorn jedoch immer wieder auf, sollte es ärztlich untersucht werden. Denn die wiederkehrende Infektion könnte ein Anzeichen auf eine Erkrankung an Diabetes mellitus sein. Ein geschwächtes Immunsystem gehört zu den Hauptursachen, warum sich Gerstenkörner immer wieder bilden und sogar eine Entzündung auslösen.

Woran erkenne ich ein Gerstenkorn?

Hat sich das Gerstenkorn an der Außenseite des Augenlides gebildet, ist es deutlich zu erkennen. In der Regel ist anfangs nur ein kleiner geröteter Knoten sichtbar, der im Verlauf durch die Eiteransammlung größer wird und dadurch spannt und schmerzt. Doch oft versteckt sich das Gerstenkorn an der Innenseite. Dann können diese Symptome auf die Infektion hindeuten:

  • geschwollenes, gerötetes Augenlid
  • tränendes Auge
  • Schmerzen am Auge
  • Kratzen und Scheuern beim Blinzeln
  • in schlimmen Fällen kann das Auge sogar ganz zuschwellen

Wie werde ich ein Gerstenkorn wieder los?

In den meisten Fällen geht der Eiterknoten im Lauf der Zeit von selbst auf. Das Sekret kann abfließen und die Entzündung klingt allmählich ab. Eine Behandlung ist nicht zwingend notwendig. Das innere Gerstenkorn sollte jedoch vom Augenarzt untersucht werden, da die Entzündung auf die Bindehaut oder die Augenhöhle übergreifen kann. Die Infektion kann durch antibiotikahaltige Salben oder Augentropfen eingedämmt werden, auch die Einnahme von Tabletten ist möglich.

Um den Heilungsprozess zu fördern, können Sie das Auge mit einer Rotlicht-Lampe bestrahlen. Die trockene Wärme fördert die Durchblutung, was eine Öffnung des Knotens begünstigt. Dreimal täglich für jeweils zehn Minuten vor dem Rotlicht kann die Heilung unterstützen. Feuchte Kompressen sind hingegen eher kontraproduktiv. Auch Kontaktlinsen sollten nicht getragen werden, bis die Entzündung vollständig ausgeheilt ist.

Will der Eiterknoten einfach nicht von selbst abheilen, kann ihn der Arzt unter örtlicher Betäubung durch einen kleinen Stich öffnen, damit das Sekret abfließen kann.

Wie ansteckend ist ein Gerstenkorn?

Da ein Gerstenkorn durch Bakterien verursacht wird, ist es ansteckend. Deshalb sollten Sie während der akuten Phase den Kontakt zu anderen Menschen meiden und regelmäßig die Hände waschen. Achten Sie allgemein vermehrt auf Hygiene und fassen Sie am besten gar nicht ans Auge. Denn über eine Schmierinfektion können die Bakterien leicht übertragen werden.

Wie lange dauert es, bis ein Gerstenkorn wieder verschwunden ist?

Ein Gerstenkorn kann zwar äußerst schmerzhaft sein, heilt in der Regel jedoch komplikationslos von alleine aus. Im Schnitt dauert es etwa zwei Wochen, vorausgesetzt Sie drücken nicht daran herum. Denn dann besteht die Gefahr, dass sich ein Lidabszess bildet. Außerdem kann sich die Entzündung auf die Augenhöhle ausweiten. Suchen Sie deshalb lieber einen Augenarzt auf, auch wenn es sich nur um ein kleines Gerstenkörnchen handelt.

 

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