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Wer denkt, unsere Tränen bestünden einfach nur aus Wasser, unterschätzt die ausgeklügelte Schutzfunktion der Augen. Denn der Tränenfilm besteht aus mehreren Schichten, und jede davon übernimmt eine wichtige Aufgabe, um die Augenoberfläche zu befeuchten und zu schützen.
Der Tränenfilm funktioniert wie ein Schutzschild für die Augenoberfläche. Oft bemerken wir die Tränen aber erst, wenn wir vor Freude oder Trauer weinen oder Zwiebeln schneiden. Dabei übernimmt der Tränenfilm bei jedem Lidschlag wichtige Aufgaben in Sachen Befeuchtung, Reinigung und Schutz der Augen:
Ohne den Tränenfilm könnten wir also nicht deutlich sehen, hätten ständig Entzündungen am Auge, müssten uns dauerhaft mit brennenden, schmerzenden Augen herumquälen und kleine Fremdkörper selbst von der Oberfläche entfernen. Alles gute Gründe, dem Tränenfilm etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken.
Ein gesunder Tränenfilm besteht aus drei Schichten: einer schleimhaltigen, einer wässrigen und einer öligen Schicht, die zusammen ein perfektes Schutzsystem für unsere Hornhautoberfläche bilden. Jede der drei Schichten hat eine besondere Funktion:
Außer Wasser enthält die Tränenflüssigkeit noch weitere Bestandteile:
Was wir als salzige Tränen wahrnehmen, ist tatsächlich ein sehr komplexes System, dessen Zusammenspiel unser wichtigstes Sinnesorgan Tag und Nacht schützt, versorgt und funktionsfähig hält.
Immer mehr Menschen leiden unter trockenen, geröteten und juckenden Augen. Dann kann es sein, dass der Tränenfilm zu schnell aufreißt und die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend schützt.
Zum einen liegt das daran, dass wir im modernen Alltag sehr lange auf Bildschirme starren und dadurch weniger blinzeln. Smartphone, Tablet, PC, Fernseher – Arbeit und Freizeit sind ohne diese Geräte nicht mehr vorstellbar.
Allerdings bedeuten sie Stress für die Augen, denn durch den konzentrierten Blick auf den Bildschirm reduziert sich die Frequenz der Wimpernschläge und die Augenoberfläche wird seltener mit Tränenflüssigkeit benetzt. Auch Umwelteinflüsse wie Wind, Rauch oder trockene Heizungsluft lassen die Tränenflüssigkeit schneller verdunsten.
Zum anderen kann die Talgproduktion in den Lidranddrüsen gestört sein, beispielsweise durch eine Meibomdrüsendysfunktion. Wenn in den Drüsen zu wenig Talg hergestellt wird oder es zu einem Sekretstau in den Drüsengängen kommt, dann ist der Fettanteil des Tränenfilms zu gering. Dadurch reißt die schützende Lipidschicht vorzeitig auf und kann zu trockenen, gereizten, juckenden oder brennenden Augen führen. Übrigens können auch tränende Augen ein Symptom für eine mangelhafte Sekretproduktion sein, denn ohne die stabilisierende Lipidschicht fließen die wässrigen Tränen einfach aus dem Auge.
Ein intakter Tränenfilm ist für die Gesundheit der Augen äußerst wichtig und sollte aktiv bei seiner wichtigen Funktion unterstützt werden. Hier ein paar Tipps:
Bei trockenen Augen empfiehlt sich außerdem die regelmäßige Anwendung von befeuchtenden bzw. benetzenden Augentropfen über den Tag sowie, je nach Schweregrad, auch von Augensalben für die Nacht. Die regelmäßige Lidhygiene kann mit der Anwendung von Lidhygienetüchern oder eines Augensprays unterstützt werden.