DER AUFBAU DES AUGES

Die Anatomie des Auges Die Anatomie des Auges
© Fotograf: bilderzwerg
Die Anatomie des Auges

Wie ist das menschliche Auge eigentlich aufgebaut und wie funktioniert das Sehen? Dass wir die Umwelt mit unseren Augen wahrnehmen können, scheint für viele eine Selbstverständlichkeit zu sein. Dabei ist der Aufbau des Auges ziemlich komplex.

Was ist die Funktion der Augen?

Die Augen sind unser wichtigstes Sinnesorgan, mit dem wir bis zu 80 Prozent aller Umwelteindrücke wahrnehmen. Unsere Augen verarbeiten auf Hochtouren alle visuellen Informationen, die täglich auf uns einstürmen. Nur im Schlaf haben sie Pause und können sich erholen.

Wie ist das Auge aufgebaut?

Das menschliche Auge besteht aus vielen einzelnen Komponenten, die unterschiedliche Aufgaben haben. Einige Bestandteile sind von außen sichtbar, andere befinden sich im Inneren des Augapfels und der Augenhöhle.

1. Der Augapfel

Der Augapfel (Bulbus oculi) hat einen Durchmesser von etwa 24 Millimetern. Auf den ersten Blick erscheint er rund, tatsächlich ist er jedoch eine leicht asymmetrische Kugel. Er liegt zusammen mit den 6 Augenmuskeln, Nerven und Blutgefäßen in der knöchernen Augenhöhle und wird durch ein Fettgewebe gepolstert. Von außen wird der Augapfel von den Augenlidern geschützt und durch den Lidschlag regelmäßig befeuchtet.

Der Augapfel wird in den vorderen und den hinteren Abschnitt unterteilt. Die wichtigsten Komponenten des vorderen Augenabschnitt sind:

  • Lederhaut (Sklera): Die weiße, undurchsichtige und relativ feste Schicht bildet zusammen mit der Hornhaut die äußere Hülle des Augapfels. Sie sorgt dafür, dass der Augapfel geschützt ist, enthält jedoch wenig Gefäße und Nerven.
  • Hornhaut (Cornea): Die Hornhaut ist durchsichtig, gefäßfrei und von vielen Nerven durchzogen. Sie ist wie ein Uhrglas in die Sklera eingelassen, ist jedoch deutlich stärker gewölbt. Sie legt sich über Iris und Pupille und bedeckt die vordere Augenkammer. Aufgrund ihrer hohen Brechkraft hat die Hornhaut für das Sehen eine besondere Bedeutung.
  • Bindehaut (Konjunktiva): Die Bindehaut ist eine durchsichtige Schleimhaut, die - mit Ausnahme der Hornhaut - den Augapfel und die Lidinnenseiten überzieht. Sie enthält u.a. Schleimzellen, deren Sekret Bestandteil des Tränenfilms ist, somit die Augenoberfläche befeuchtet und ein reibungsloses Gleiten des Augapfels ermöglicht.
  • Regenbogenhaut (Iris): Die Iris kontrolliert wie eine Blende den Lichteinfall ins Augeninnere. Durch die schwarze, runde Öffnung in der Mitte, der Pupille, wird die Lichtmenge reguliert. Bei Dunkelheit weitet sich die Pupille, bei starkem Lichteinfall zieht sie sich eng zusammen. Die Farbe der Iris hängt von der Menge der Pigmente ab. Je pigmentreicher die Iris ist, desto dunkler ist die Augenfarbe.
  • Linse (Lens cristallina): Die transparente Augenlinse sitzt direkt hinter Iris und ist zusammen mit der Hornhaut für die Lichtbrechung im Auge zuständig. Sie ist an elastischen Fasern, den Zonulafasern, aufgehängt, die kreisförmig um die Linse angeordnet sind. Durch einen Ringmuskel, dem sogenannten Ziliarmuskel, kann die Wölbung und somit die Brechkraft der Linse verändert werden. Hierdurch kann das Sehen in verschiedenen Distanzen, auch Nah- und Ferneinstellung oder Akkommodation genannt, ermöglicht werden.

Die wichtigsten Komponenten des hinteren Augenabschnitts sind:

  • Glaskörper (Corpus vitreum): Der Glaskörper hat eine gelartige Substanz und besteht zu 98 Prozent aus Wasser, etwa zwei Prozent Hyaluronsäure und einem stark verzweigten Netz aus Kollagenfasern. Er ist transparent und füllt den Raum zwischen Augenlinse und Netzhaut. Neben seiner Funktion der Stabilisierung des Augapfels ist er auch an der Lichtbrechung im Auge beteiligt.
  • Aderhaut (Chorioidea): Die Aderhaut liegt zwischen der Lederhaut und der Netzhaut. Sie ist pigmentiert und sehr gefäßreich und ist hauptsächlich für die Versorgung der Netzhaut (vor allem der Photorezeptoren) mit Sauerstoff und Nährstoffen zuständig.
  • Netzhaut (Retina): Durch die Pupille wird das Bild auf die Netzhaut projiziert. Sie bedeckt die hintere Innenwand des Augapfels und besteht aus einer Vielzahl an Nervenzellen. Für den Sehvorgang entscheidend sind die Photorezeptoren, die sogenannten Stäbchen und Zäpfchen, da sie das einfallende Licht in elektrische Signale umwandeln. Der zentrale Bereich der Netzhaut ist die Stelle des schärfsten Sehens. Dieser „gelbe Fleck“ wird als Makula lutea bezeichnet, in deren Mitte die Fovea sitzt, eine eingesenkte Sehgrube. Hier ist die Dichte an Photorezeptoren am größten. Durch weitere Nervenzellen gelangen die Signale über unzählige Nervenfasern ans Gehirn.

2. Der Sehnerv (Nervus opticus)

Der Sehnervgehört zu den Hirnnerven und besteht aus über 1 Millionen Nervenfasern, über die die elektrischen Signale von der Netzhaut direkt ans Gehirn übertragen werden. Da er leicht geschlängelt ist, kann er jegliche Augenbewegungen zulassen. Innerhalb des Nervenfaserbündels durchlaufen die Netzhautarterie und -venen, die für die Blutversorgung der Retina zuständig sind. Der Sehnerv führt vom Auge durch die Augenhöhle zum Gehirn. Hierbei durchläuft er die sogenannte Sehnervenkreuzung (Chiasma), wo die Sehinformationen des rechten Auges mit denen des linken Auges „sortiert“ werden.

An der Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt, befindet sich der „blinde Fleck“. Da dort keine Photorezeptoren vorhanden sind, kann auch kein Licht wahrgenommen und umgewandelt werden. Das Gehirn ergänzt die fehlenden Informationen jedoch automatisch, sodass wir dadurch keine Beeinträchtigung bemerken.

Wie funktioniert das Sehen?

Der Sehvorgang läuft über verschiedene Schritte ab:

  • Trifft das Licht auf die Hornhaut, wird es dort gebrochen und tritt durch die Pupille ins Auge ein.
  • In der Linse wird das einfallende Licht nochmals gebrochen und gezielt ins Augeninnere umgeleitet.
  • Durch den Glaskörper trifft der Lichtstrahl auf die Netzhaut, die wie eine Art Leinwand als Projektionsfläche für das gesehene Bild funktioniert. Das Bild ist dort jedoch stark verkleinert, seitenverkehrt und auf dem Kopf stehend.
  • In den Photorezeptoren wird das Licht in elektrische Signale umgewandelt, die über die nachgeschalteten Nervenzellen über mehrere Zwischenschritte ans Gehirn weitergegeben werden.
  • Das Gehirn dreht das auf dem Kopf stehende Bild um und erzeugt somit das gesehene Bild.

Dieser Prozess verläuft sehr komplex, und doch nehmen wir davon nichts wahr, da unsere Augen in der Regel schnell und zuverlässig alle Sinneseindrücke verarbeiten.

 

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